|
„Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ – das war einst ein Lied einer sehr bekannten Sängerin, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte. Die Liebe, die Lust, die Leidenschaft, die heimlichen stillen Affären, die ein Pärchen miteinander hegt und pflegt – das alles versteht sich unter dem Begriff
„Liebe“. Es gibt aber auch eine andere Liebe – eine Liebe des Geistes – sie ist bescheiden, anmutig und rein.
Es geht um die Liebe,
von der man glaubte, sie gibt es nicht ...
Wir haben viele Liebesfilme gesehen, Kinder werden damit groß, dass „Arielle die Meerjungfrau“ ihren Prinzen liebt und diesen auf ihre Weise um den Finger wickelt. Wir haben „Bambi“ gesehen, das Rehkitz, das sich zu einem prächtigen Hirsch entwickelt und seine Hirschkönigin durch seine Tapferkeit und seinen Wagemut gewinnt. Die Liebe, sie ist zart, braucht sehr viel Pflege, Dankbarkeit und vor allen Dingen eine ordentliche Portion
„Durchhaltevermögen“. Man muss für die Liebe kämpfen, das bedeutet, dass man schon ein gewisses Risiko eingehen muss, möchte man von irgendjemanden geliebt werden. Da
braucht es mitunter sehr viel Mut und vor allen Dingen furchtbar
viel Einfühlungsvermögen, um zu verstehen, wo die Grenzen gesteckt
sind.
Das haben die Kinder dieser Welt verlernt, denn sie leben eine entartete „Liebe“, die es nicht verdient hat, Liebe genannt zu werden. Die Liebe
dieser Gegenwart äußert sich ganz einfach im puren, banalen Geschlechtsverkehr,
den man leidenschaftslos und prekär vollführt, ohne dabei dem
tieferen Verlangen der Seelen Genüge zu verschaffen. Man glaubt einfach, man müsse
die Ejakulation ausreizen, um sodann in den wahren Genuss von sexuellen
Leidenschaften zu kommen.
Die Liebe ist nicht
einseitig, sie sollte es auch niemals sein, nur sollte man gewisse Grenzen nicht überschreiten. Es ist gut, wenn man sich immer
rücksichtsvoll betut, wie beim ersten Kennenlernen, denn man sollte nie vergessen, dass man einander respektieren möchte bis hinein in den Tod. Das
heißt, dass man nicht außer Acht lassen sollte, wen man vor sich hat,
was wiederum bedeutet, dass man niemals auf den Sex allein bedacht
zu sein hat, sondern ein sinnliches Einvernehmen beider Partner im
Auge behält. Sobald sich der „Liebesakt“ lediglich auf sexuelle
Stimulationen beschränkt, verflüchtigt sich die Liebe und auf
Frust folgt nicht selten Unzufriedenheit. Gott hat das Gefühl von Menschen, die sich lieben, in ihren Herzen verankert.
Wer sich in Wahrheit liebt, dem geht es zuvorderst nicht um Sexualität,
vielmehr jedoch um die Übereinkunft der geistigen Substanz. Das
Geistige definiert sich über Träume, Gedankenspiele und
sondergleichen auch über die Fantasie. –
Gott lebt in eurer Fantasie, denn er strickt die Gedanken, die er in euren Herzen sieht. Nicht eure
strategische Meisterleistung ist es, dass ihr überhaupt Denken könnt, sondern Gottes
Wirkungskraft veranlasst euch, „geistreich“ zu sein. Es ist ein ausgesprochenes Wunder, auf welch fantastische Weise euer ausgeklügeltes Gehirn funktioniert. Die Schaltdrähte, Zentralen und Verbindungen, die für die Verteilung der einzelnen Impulse eures Gedankenlebens zuständig sind, sind
hochgradig komplex und absolut einzigartig. Ihr seid allesamt Menschen, doch einem jeden von euch erlaubt Gott sein
eigenständiges Gedankengefüge – je nachdem, wie es um eure Herzen
bestellt ist. Ihr atmet, weil Gott euren Organismus durchwebt, denn jeder Atemzug ist ein Befehl Gottes an euer Herz, das Leben
vegetativ zu inhalieren. Ihr könntet auch tot sein, ihr könntet
gleichermaßen ausgestattet sein – ihr habt Lungen, ihr habt Herzen, ihr habt alles wie auch schon zuvor, aber wenn Gott eurem Organismus nicht erlaubt, die Luft in sich zu pressen, dann seid
ihr, wenn auch „funktionstauglich“, dennoch tot. Das ist der
Odem Gottes, von dem es heißt: „Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und also ward der Mensch eine lebendige Seele.“
(1.Mose 2,7; vgl. Hiob 33,4) – Gott lässt euren Organismus |